atelier
aargauerstrasse 70
8048 zürich

peti(at)petiwiskemann.ch

148 x 210 mm

ein labor auf 148 x 210 mm
studienaufenthalt: kunsthochschule kassel, 2001
ausstellung: stadtgalerie obere mühle dübendorf, 2005
technik: bleistift auf papier, format: 148 x 210 mm

bilder

der torwart zittert vor dem elfmeter, der langstreckenläufer fühlt die einsamkeit auf seinen kilometern, der schreiberling leidet an schreibstau und der künstler verzweifelt ob der leeren leinwand auf seiner staffelei. die unendliche, weisse weite flösst respekt ein: der vermeintliche zwang ein der grösse des leerraums entsprechend bedeutsames werk zu schaffen verlangsamt den fluss der ideen in den hirnwindungen. die synapsen verstopfen und die imagination kommt nicht in fahrt. da hilft nur eins: sich grenzen zu setzen. peti wiskemanns rezept gegen die ehrfurchtsstarre ist die beschränkung auf 210 x 148 millimeter papier, das format a5. auf dieser fläche tummeln sich comicartige figuren mit schallend lachenden fratzen dem ernst der welt begegnend, abstrakte muster in bunten farben füllen die fläche und ab und an schleicht sich gar eine naturstudie ein. alpenfirn im abendglühn. seine a5-serie, die sich seit 2000 als konstante neben anderen arbeiten zu einem konvolut von etwa 350 blättern entwickelt hat, ist für peti wiskemann eine art labor. auf diesem begrenzten raum experimentiert, pröbelt und tüftelt er, hinterfragt und hintergeht den eigenen stil. im gegensatz zum maler, dem seine motive aus dem bilde laufen, wenn er seine staffelei am waldesrand auf der kuhweide aufstellen will, ist ein a5-papier schnell gezückt. diese mobilität des mediums prägen denn auch den stil der zeichnungen, unter die sich auch collagen, aquarelle, gouachen mischen: in der bewegung und der unvermitteltheit liegt ihre kraft. matthias daum