hier und jetzt


zusammenarbeit: christine bänninger tina good, thomas hannibal
ausstellung: weintankraum visarte zürich, 7.9. – 28. 9. 2007

bilder | text

die gegenwart ist da, wo vergangenheit und zukunft aufeinander treffen, im hier und jetzt des augenblicks. in der gemeinsamen schau von christine bänninger, tina good, thomas hannibal und peti wiskemann werden vier unterschiedliche künstlerische positionen als malerische momentaufnahme präsentiert. es formt sich dabei eine skulptur der gleichzeitigkeit, der rundgang von einer bildwelt zur nächsten erweist sich als gesamtkunstwerk im hier und jetzt des freundschaftlichen austausches.
christine bänninger (1959*) entwickelt auf ihren acrylbildern eigene form- und farbgebilde. in verschiedenen zeitabschnitten erfindet und erforscht die künstlerin immer wieder neue schichten der bildoberfläche, bis diese schliesslich an die ranken und strukturen natürlichen gewächses erinnern. ersichtlich wird dabei auch bänningers erfahrung in der performancearbeit: experiment und unmittelbarkeit werden von ihr auf dem bildträger malerisch umgesetzt.
anders geht thomas hannibal (1959*) vor: seine bilder sind losgelöst von jeglicher mimetischer vorstellung, hier wird die reine farbe zum bild. hannibals architektur- und raumbezogene arbeiten beziehen sich auf die suche nach dem idealen ort, jenem ort einer momentaufnahme des gefühls von welt, das bei jedem betrachter anders ist.
tina good (1976*) zeigt imaginierte portraits in oel. die klarheit ihrer figuren strahlt eine zwanglose gelassenheit aus, sie sind ‚zeichen‘ menschlicher zustände und menschlichen befindens. durch die romantische verdichtung von gesicht und landschaft ergeben sich momente zeitloser schönheit.
peti wiskemann (1969*) überträgt mit subtilen farben und formen reiseskizzen und fotografien auf seine grossformatigen bilder auf papier. dabei entwickelt er durch die abstraktion des figürlichen eine ganz eigene bildsprache, die durch den einfallsreichtum des augenblicks besticht.
die hängung der grossformatigen bilder hat installativen charakter, sind doch die dimensionen des ausstellungsortes entsprechend: der ehemalige weintankraum der stadt zürich hat mit 45 metern länge, 9 metern breite und einer raumhöhe von 17 metern die masse einer kathedrahle. in diesem von der visarte zürich übernommenen gebäude haben auch andere noch platz: freunde und bekannte sind eingeladen, hier performances, musik und andere aktivitäten auszuführen und so den weintankraum zum offenen haus für alle zu machen.

johanna encrantz